Unsere ehrenamtlichen Mitarbeiter
8. Mai 2010

Roswitha Althoff
Foto: Katja Brandt
Roswitha Althoff
Konzept überzeugt
Trauerland: Roswitha, wie bist du auf Trauerland aufmerksam geworden?
Roswitha: Durch die Artikel in der Nordwest-Zeitung zum Start der Trauerland-Gruppen in Oldenburg. Das ist jetzt bald vier Jahre her.
Trauerland: Warum hast du dich gerade für das Ehrenamt im Trauerland entschieden?
Roswitha: Kinder haben immer eine große Rolle in meinem Leben gespielt. Als meine eigenen kleiner waren, hatte ich meistens das Haus voll. Dass ich bei Trauerland richtig bin, war mir eigentlich schon nach dem ersten Gespräch klar. Die Schulungen haben mich weiter bestärkt. Die Idee, Kinder auf ihrem Trauerweg zu unterstützen und zu begleiten, hat mich fasziniert. Und das Konzept hat mich überzeugt.
Trauerland: Du engagierst dich auf vielfältige Weise ehrenamtlich für Trauerland. Du bist sowohl in einer Kinder- und einer Erwachsenengruppe als auch im Freiwilligenrat. Was motiviert dich?
Roswitha: Es gibt so viele positive Impulse und es tobt im wahrsten Sinne des Wortes das Leben. Wenn man länger dabei ist, erlebt man, wie gut den Familien das Angebot tut, man sieht die Entwicklung und das ist Motivation pur.
Trauerland: Welche Erfahrungen hast du selbst mit den Themen Sterben, Tod und Trauer gemacht?
Roswitha: Eine sehr einschneidende Erfahrung war der Tod meines Vaters vor zwei Jahren. Darüber hinaus: Trauer ist ein weites Feld …
Trauerland: Du bist schon so lange dabei. Was wünscht du dir für Trauerland?
Roswitha: Ich würde mir noch mehr Öffentlichkeit für die Arbeit von Trauerland wünschen, und dass das Thema mehr Platz in der Gesellschaft hat.
Trauerland: Was machst du, wenn du nicht gerade im Trauerland bist?
Roswitha: Ich arbeite im Büro, kümmere mich um Haus, Garten und Hund und verbringe Zeit mit meinem Mann. Außerdem halte ich mich mit Yoga und Pilates fit.
Trauerland: Was hast du dir als Letztes gegönnt?
Roswitha: Einen erholsamen Urlaub mit meinem Mann.
Trauerland: Dein Leben als Buchtitel?
Roswitha: „Langeweile? – Nie!“
Trauerland: Gibt es etwas, worauf du besonders stolz bist?
Roswitha: Spontan würde ich sagen: Auf meine Kinder. Aber eigentlich mag ich das Wort Stolz in dem Zusammenhang nicht. Ich bin glücklich, dass ich sie habe und betrachte sie als großes Geschenk.
Trauerland: Hast du einen Lieblingsort in Oldenburg?
Roswitha: Das Lukas-Haus, weil ich gerne dort bin, die ehrenamtliche Tätigkeit mir großen Spaß macht und ich mich gut aufgehoben fühle. Da ich in Wardenburg wohne, habe ich sonst nicht viele Berührungspunkte in Oldenburg. Wenn du mich nach meinem Lieblingsort in Wardenburg fragst, ist es definitiv mein Zuhause.
Trauerland: Wie soll die Zukunft für dich aussehen?
Roswitha: Noch mehr Vertrauen ins Leben haben, zugunsten der Gelassenheit und Zuversicht. Daran arbeite ich.
Das Interview führte Katja Brandt.
23. November 2009

Conny Mehrkens
Foto: michaelstephan.eu
Conny Mehrkens
„Faszinierende Idee“
Conny Mehrkens ist Ehrenamtliche der ersten Stunde. Warum sie sich seit zehn Jahren als Vorstandsmitglied für Trauerland engagiert, verrät sie Armelle Mai-Thesing.
Trauerland: Conny, Trauerland feiert in diesem Jahr sein zehnjähriges Bestehen. Du bist seit der ersten Stunde ehrenamtlich tätig. Was hat dich damals dazu bewegt, an diesem Projekt mitzuarbeiten?
Conny Mehrkens: Ich kenne Beate schon sehr lange und bin so auf das Zentrum für trauernde Kinder – wie es damals noch hieß – und ihre Idee, den Verein aufzubauen und zu gründen, aufmerksam geworden.
Trauerland: Hat es lange gedauert, bis du dich dazu entschieden hast, dich ehrenamtlich zu engagieren?
Conny Mehrkens: Nein, Beates Idee hat mich sofort berührt. Mir war schnell klar, dass ich sie auf diesem Wege unterstützen möchte.
Trauerland: Was sind deine Aufgaben?
Conny Mehrkens: Ich bin seit der Vereinsgründung ehrenamtlich im Vorstand tätig.
Trauerland: Warum hast du dich entschieden, im Vorstand mitzuarbeiten?
Conny Mehrkens: Beruflich leite ich mit viel Freude eine Kindergruppe in Bremen. Durch meine Arbeit mit den Kindern wusste ich, dass es so einen Ort für Kinder nicht gibt und wie wichtig das Zentrum sein würde. Beates Idee hat mich fasziniert. Ich wollte ihr unbedingt zur Seite stehen und sie beim Errichten dieser wichtigen Einrichtung hilfreich zur Seite stehen.
Trauerland: Wenn du auf die vergangenen zehn Jahre zurückblickst, was empfindest du, wenn du an Trauerland denkst?
Conny Mehrkens: Im Rückblick finde ich, hat sich Trauerland von Jahr zu Jahr immer wieder etwas verbessert und verändert. Es ist gewachsen und im Moment besteht ein tolles Team, die Räumlichkeiten sind schön, wir arbeiten mit tollen engagierten Freiwilligen und einer großen Botschafterfamilie zusammen. Alles läuft gut, aber dennoch ist die finanzielle Absicherung sehr wichtig. Darin liegt noch viel Arbeit, aber ich bin stolz auf das, was bis heute schon passiert ist.
Trauerland: Was wünscht du dir für Trauerland?
Conny Mehrkens: Wir brauchen Menschen oder Unternehmen, die uns monatlich unterstützen, damit die Trauerland-Arbeit auch weiterhin gut gesichert ist. Irgendwann wäre ein schönes Haus in zentraler Lage schön, in dem das ganze Trauerland genügend Platz findet. Es gibt also auch weiterhin Arbeit!
Trauerland: Und was wünscht du dir für deine eigene Zukunft?
Conny Mehrkens: Ich möchte natürlich gesund bleiben, weiterhin Trauerland unterstützen und noch viel reisen, um schöne unterschiedliche Teile unserer Erde kennenzulernen.
Gerd Dziwisch

Gerd Dziwisch
„Das Zentrum gibt meinem Leben eine schöne Note.“
Ralf Baur: Gerd, wie bist du auf das Zentrum aufmerksam geworden?
Gerd Dziwisch: Ich habe einen Artikel im Weser Kurier über das Zentrum gelesen und dachte mir, dass es eine Interessante Sache wäre. Ich habe dann den Artikel ausgeschnitten und vergessen. Durch einen Todesfall im Bekanntenkreis wurde ich wieder an den Artikel erinnert und einen Tag danach war schon wieder ein Artikel über das Zentrum im Weser Kurier. Ich dachte: ‚Das ist ein Zeichen und habe mich per E-Mail an Olga (die Freiwilligenkoordinatorin des Zentrums Anmerkung der Redaktion) gewendet. Und das Schicksal nahm seinen Lauf.
Ralf: Welche Erfahrungen hast du selbst mit den Themen Sterben, Tod und Trauer gemacht?
Gerd: Schon vor 24 Jahren ist mein Vater verstorben. Ich wohnte circa 250 Kilometer weit entfernt von meinen Eltern und das Verhältnis war freundschaftlich. Der Tod meines Vaters löste bei mir nur wenige Gefühle aus, was mir schon immer Probleme bereitete. Nach dem auch seine Geschwister in den Folgejahren verstarben und ich auch nur mäßige Gefühle der Trauer verspürte, war ich über mich erstaunt. Erst jetzt durch das Arbeiten im Zentrum konnte ich einen Frieden mit den Verstorbenen finden. So habe ich für mein Leben vom Zentrum etwas erhalten, was ich nicht für möglich gehalten hätte.
Ralf: Warum hast du dich entschieden, Freiwilliger zu werden?
Gerd: Die Entscheidung für das Zentrum zu arbeiten war für mich eine logische Schlussfolgerung meines Lebens. Nachdem ich nicht nur Positives erlebt habe, sondern auch schwere Schläge hinnehmen musste, ist mein Leben doch seit einigen Jahren sehr positiv und schön. Der Beschluss der Gesellschaft, die mir ein zufriedenes Leben ermöglicht, etwas zurückzugeben erschien mir normal. Dass es das Zentrum getroffen hat ist eher ein schöner Zufall und gibt meinem Leben eine schöne Note.
Ralf: Gerd, was machst du, wenn du nicht gerade für das Zentrum tätig bist?
Gerd: Beruflich bin ich Buchhalter und da ich eher zu wenig als zu viel Arbeit habe, habe ich die Zeit im Zentrum meine Zeit zu investieren. In der Gartensaison habe ich viel Spaß daran, meinen klitzekleinen Hinterhofgarten zu kultivieren, die Ernte von Stachelbeeren, Erdbeeren oder Blaubeeren ist eine schöne leckere Begleiterscheinung, auch wenn es nur eine kleine Handvoll ist. Meine zwei erwachsenen Töchter und meine Enkelkinder sind allerdings mein größtes Hobby. Da Sie aber 250 Kilometer entfernt wohnen, sind lange Telefongespräche unausweichlich – Gott segne die Flatrate.
Ralf: Was findest du, sollte im Zentrum für trauernde Kinder noch verbessert werden?
Gerd: Mein Verbesserungsvorschlag ist eher ein Wunsch: Wir müssten mehr Freiwillige haben, da das Verhältnis Kinder zu Ehrenamtlichen gelegentlich ein bisschen mau ist.
Ralf: Was hast du dir als letztes gegönnt?
Gerd: Mein letzter lang gehegter Wunsch ging am 19. April in Erfüllung. Ich bin in netter Begleitung in die Oper gegangen und habe mir „Nabucco“ von Giuseppe Verdi angesehen.
Ralf: Dein Leben als Buchtitel?
Gerd: Gekämpft, verloren und glücklich geworden.
Ralf: Gab es etwas in deinem Leben, das dir richtig peinlich war?
Gerd: Peinlich war mir, dass ich es nicht geschafft habe, meine Ehe wie versprochen bis „das der Tod Euch scheidet“ zu führen. Ich bin in einer Gesellschaft aufgewachsen, die es nicht toll fand, sich scheiden zu lassen. Ich habe 20 Jahre gebraucht, um für mich selbst festzustellen: „Und das ist gut so!“
Ralf: Worauf bist du besonders stolz?
Gerd: Stolz bin ich auf meine Kinder. Ich bin dankbar dafür, dass ich auf sie stolz sein kann und darf.
Ralf: Dein Lieblingsort in Bremen?
Gerd: Mein Lieblingsort in Bremen ist der Rhododendronpark, bald blüht es wieder und ich freue mich darauf. Als Ersatz dient mir auch mein Hinterhofgarten mit meinen Rosen.
Ralf: Wie soll die Zukunft für dich aussehen?
Gerd: In der Zukunft hätte ich gerne ein oder zwei Buchhaltungsaufträge mehr und dadurch ein paar Euro mehr in der Tasche. Ansonsten wären auch ein oder zwei Pfund auf der Waagenanzeige sehr willkommen. Es lebe das Leben!